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Sicherheitsglas

Verbundsicherheitsglas (VSG) – Eigenschaften, Vorteile und Einsatzbereiche 

Kirsten Weißbacher
Verfasst von Kirsten Weißbacher
Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2026
Lesedauer: 4 Minuten
© Dmytro Skrypnykov / istockphoto.com

Sicherheitsglas ist heute ein fester Bestandteil des modernen Glasbaus. Planer und Auftraggeber wählen Glas nicht mehr nur nach der Optik, sondern nach Funktion, Sicherheitsniveau und den geltenden Vorgaben aus.  

Verbundsicherheitsglas (VSG) verbindet eine transparente Gestaltung mit einer zuverlässigen Schutzwirkung und eignet sich für viele Anwendungen – von Geländern bis hin zu tragenden Glasböden. 

Was VSG auszeichnet – Aufbau und Sicherheitsprinzip 

VSG besteht aus mindestens zwei Glasscheiben und einer zähelastischen Zwischenschicht. Diese Folie verbindet die Scheiben dauerhaft und hält bei einem Bruch die Glasstücke zusammen. Dadurch entsteht bruchsicheres Glas, das das Verletzungsrisiko reduziert und die Resttragfähigkeit verbessert.  

Gleichzeitig kann die Zwischenschicht Schwingungen dämpfen und damit den Schallschutz unterstützen. Je nach Ausführung beeinflusst sie auch die Optik: klare, matte oder getönte Zwischenlagen steuern Sichtschutz und Lichtwirkung. Der Verbund erhöht zudem den Widerstand gegen Durchbruch und unterstützt so den Einbruchschutz. 

Einsatzbereiche – von Überkopf bis Brüstung nach DIN-Regeln 

Der Glasbau orientiert sich an klaren Normen und bauaufsichtlichen Vorgaben. In Deutschland ist die DIN 18008 dafür die wichtigste Grundlage, weil sie Regeln für Planung, Berechnung und Ausführung von Glas im Bauwesen festlegt. VSG kommt deshalb überall dort zum Einsatz, wo Glas Personen schützen oder absturzgefährdete Bereiche sicher abgrenzen soll.  

Typische Beispiele sind Brüstungen und Geländerfüllungen, Dach- und Überkopfverglasungen sowie große Trennwände im Innenausbau. Eine gute Planung schaut dabei genau auf Lasten, Auflagerung, Kantenbearbeitung und Befestigung, denn diese Details entscheiden am Ende über die Sicherheit. 

Begehbares Glas – Tragfähigkeit und Sicherheit im Alltag 

Begehbare Glasflächen stellen höhere Anforderungen als Wand- oder Fensterverglasungen. Die Konstruktion muss die täglichen Lasten zuverlässig aufnehmen und soll auch dann stabil bleiben, wenn eine Scheibe beschädigt wird.  

Normen und technische Regeln verlangen dafür klare Nachweise und passende Glasaufbauten. In der Praxis kommen deshalb mehrlagige Verbünde zum Einsatz, bei denen Glas und Zwischenlagen aufeinander abgestimmt sind. So erfüllt ein Glasboden nicht nur einen gestalterischen Zweck, sondern trägt dauerhaft und sicher. 

Rutschhemmung und Oberfläche – Oberflächen für begehbares Glas 

Ein Glasboden braucht eine Oberfläche mit ausreichender Trittsicherheit. Dafür werden strukturierte Beschichtungen, geätzte oder matte Oberflächen sowie aufgebrachte Druckmuster eingesetzt, die die Oberfläche griffiger machen können. Diese Lösungen beeinflussen zugleich die Optik, weil sie Licht und Transparenz steuern. Die Planung bezieht außerdem Reinigung, Lichtdurchlass und Blendung ein, damit die Fläche im Alltag stimmig bleibt. 

Begehbares VSG nach Maß – typischer Produktaufbau im Online-Konfigurator 

Der Markt bietet heute digitale Bestellstrecken für Maßglas. Solche Portale führen durch Maßangaben, Glasaufbauten und Bearbeitungen. Das Sortiment umfasst neben VSG häufig auch Einscheibensicherheitsglas (ESG), Spiegel, lackierte Gläser und Isolierglas. Der Schwerpunkt für begehbare Anwendungen liegt auf mehrlagigem VSG für Glasböden, Möbelbau, Podeste, Laufstege oder Abdeckungen von Lichtschächten.  

Die Konfiguratoren zeigen dafür typische Optionen wie Formatwahl, Glasdicke, Kantenbearbeitung sowie technische Zusätze für Oberfläche und Sicherheit. Ein Projekt gewinnt dadurch Planungstiefe, weil die Parameter früh feststehen und der Glasbetrieb präzise arbeiten kann. 

Auswahlkriterien – worauf bei Glasböden aus VSG zu achten ist 

Ein Glasboden braucht saubere Planungsgrundlagen. Zuerst werden Nutzlast, Spannweite und die Art der Auflagerung festgelegt, denn daraus ergeben sich der passende Glasaufbau und der erforderliche statische Nachweis. In der Fertigung werden die Kanten sauber bearbeitet, weil dadurch Spannungen im Glas reduziert werden.  

Auch die Oberfläche wird gezielt ausgewählt: Eine rutschhemmende Ausführung sorgt dafür, dass die Fläche im Alltag sicher begehbar bleibt. Am Ende entscheidet die Montage, denn Unterkonstruktion und Auflager müssen so ausgeführt werden, dass der Verbund seine Schutzwirkung dauerhaft entfalten kann. 



Fazit – VSG als vielseitige Sicherheitslösung im Glasbau 

VSG verbindet Sicherheit und Gestaltung in einem Glasaufbau. Der Verbund hält Bruchstücke zusammen und sorgt dafür, dass die Verglasung auch nach einer Beschädigung länger stabil bleibt. Deshalb eignet sich VSG für Anwendungen wie Überkopfverglasungen, Absturzsicherungen und begehbare Glasflächen. 

Digitale Maßkonfiguratoren vereinfachen die Auswahl von Aufbau, Abmessungen und Bearbeitung und geben Glasbetrieben klare Vorgaben für die Fertigung. Am Ende gilt eine einfache Handwerksregel: Eine saubere Planung macht den Unterschied, weil Sicherheit und Optik dann zusammenpassen. 

Über unsere*n Autor*in
Kirsten Weißbacher
Kirsten hat Germanistik in Hamburg studiert und im Anschluss ein Volontariat gemacht. Nach ihrem Start in der Unternehmenskommunikation eines lokalen Herstellers wechselte sie in die freiberufliche Tätigkeit. Seit Februar 2024 ist Kirsten bei Digitale Seiten und schreibt dort Ratgeber zu Handwerksthemen aller Art.